willkommen du winter


Zeit der klingenden Treppen

 

Novemberkälte spiegelt sich
auf mondgeflammtem Regenstaub
und auf den Feldern glüht im Grau
der Königsbäume Lichtjuwelen

und mir ist still
so herzensgrün
denn was ich will
soll mir erblüh`n

Frostsonnenbilder locken mich
in buntgestürmtes Himmelslaub
Champagner schläft im Nebeltau
auf zarten Winterapfelseelen

ein Baum wie Glas
im Morgenschein
Purpur im Gras
mein Herz ist dein

klingende Treppen schreite ich
mit jedem Atemzug ein Lied
Rotäpfel schweben Winterglanz
in ausgehauchte Sommerräume

du bist in mir
und deine Hand
wenn auch nicht hier
hält wie ein Band

klingender Zeiten Pinselstrich
zum Splitterfreudensang geführt
die Zeichnung wird zum Bildertanz
der schönsten Königsbotenträume.

 

 

Willkommen - du Winter

 

In kalten Wäldern raunt ein Traum
aus jedem Stein - aus jedem Blatt
der Herbst schläft im Dezembersaum
ist sommersonnenlaubgoldsatt

die Weißprinzesschen können kommen

denn Moose schütteln Kissen auf
und kalte Luft zwickt in die Ohren
ein Käuzchen sucht des Baches Lauf
des Murmeln lange zugefroren

träumt hoffend lauschend in die Nacht

Eichhörnchen knacken Silbernüsse
in Krippen glänzt gefror`nes Heu
der Boden ist durch Eismilchgüsse
so sterneknirschend wintertreu

das Regenwolkenlied - zerronnen

ein letzter Ruf klirrt durch die Weiten
und Seufzen eilt durch Tannengrün
leis öffnen sich Schneeflockenzeiten
die tanzend in die Wälder zieh`n


mit seidig weißen Küssen sacht
hat still der Bau zum Winterschloss begonnen.


 

 

Weihnachtswald

Im nahen Wald
der eisversponnene See
singt sein frostklirrendes Lied
im hauchfeinen Tütü
weiß verwunschene Sterne
werden von Engeln
aus Silberwolken gestreut

in dieser Nacht
brennen Kerzen am dunklen
wispernden Himmelspalast
mattsilberne Kugel
schwebt über dunkelgrünem
Tannengehölz - lächelt ihm zu
dem bärtig Alten
mit löchrigen Handschuhen

auf der Decke
liegt sein warmatmender Hund
schnüffelt zärtlich an dem Fleisch
das der Alte ihm gern
in dieser Nacht geschenkt hat
Flocken schweben auf die Tüte
mit dem roten Wein
und Glück heißt jeden Tag anders

in dieser Nacht
brennen Herzen in unseren
plötzlich erwachenden Seelen
mattsilberner Mond - du
singst das Weihnachtslied - dies Jahr
für uns - den Alten - für alle
im Schneehochzeitstanz
hoffnungsbrennender Weihnachtsglanz.

 

 

Drachenwinter

 

Von Hier nach Dort mit dir
über rotflammende Bäume
dein bunter Schweif
taucht ein in Nebelflüsse
meine Hand greift den Wind
der uns trägt und knotet seinen Bart
deine flatternden Bänder
flechten sich in mein Haar

im Drachengalopp durch die
sonnenwarmen Wolken
aus letzten Herbstschleiern
schwingen die Schwarzen
aus krächzenden Federn
fallen Schlüssel
wir fliegen Wintertore öffnen

hinein mit dem Wind
in die Schlafzimmer
der weißen Kristalle - der Federchen
in ihren Gärten voller Eisblumen
küsse ich dich mein Drachen
bevor ich mich jubelnd
in die Schneebetten stürze
und eisflockigen Löwenzahn puste

Schneeflocken wirbeln wild - doch dann
drehen sie sich sanft und schweben
aus dem Fenster hinaus
ich schüttle ein Winterlied
aus meinem Schal -
du mein Windsegler trägst eine Pudelmütze
trägst meine roten Wangen nach Haus
legst dich träumen in deinen Baum

singend gehe ich durch das Kalt
aus den Toren schneit es zärtlich leis
meine Seele wird Glockenspiel
und die Welt wird kinderwinterweiß.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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